Das CANVAS Business Model hat sich auch über die Startup-Szene hinaus etabliert

Menschen, die sehr strukturiert arbeiten und denken, sind Anhänger von sog. Onepagern. Für sie ist es äussert vorteilhaft und transparent den komplexen Sachverhalt auf eine Seite zu bringen. Dies erleichtert anschließend so einiges, wenn man Menschen abholen, motivieren oder überzeugen möchte. Das CANVAS Business Modell bringt die Erfolgsfaktoren eines Geschäftsmodells auf den Punkt. In unserer Beratungspraxis nutzen wir diese Methodik sowohl für die Arbeit mit Startups als auch mit mittelständischen Unternehmen.  Bei Neugründungen hilft diese Methodik das Verständnis für die Zusammenhänge zu unterstützen und letztendlich das Geschäftsmodell zu entwickeln. Als Executive Summary findet das ausgearbeitete Modell dann seinen Platz im Businessplan. Auf der anderen Seite sollten etablierte Unternehmen von Zeit zu Zeit ihre Geschäftsgrundlagen auf den Prüfstand stellen. Rahmenbedingungen ändern sich, Anpassungen können erforderlich sein.  Wir haben das originäre CANVAS Business Modell ein wenig um die Parts Strategie, Ziele und Meilensteine sowie Wettbewerb erweitert, da diese Thematiken bei einer Erarbeitung bzw. Beurteilung der Erfolgsfaktoren eines Geschäftsmodell einfach nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Das Modell ist in seiner Struktur und seinem Prozess sehr kunden- und produktorientiert ausgerichtet. Wichtig ist zunächst die Richtung. Wohin soll die Reise gehen? Was ist die Strategie und Vision? Welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele werden verfolgt? Bei Startups ist es m.E. zumindest für das erste Geschäftsjahr wichtig Meilensteine zu definieren. Das erleichtert im anfänglichen sehr dynamischen Umfeld die Orientierung und unterstützt die Einhaltung der Zielrichtung. Es gilt die Zielkunden und deren Präferenzen genau heraus zu arbeiten. Die Vorzüge, Lösungen und Mehrwerte der Produkte (USP) oder des Leistungsangebotes müssen genau definiert werden. Anschließend ist zu erörtern welche Kommunikations- und Distributionswege das Produkt nehmen wird, um zum Kunden oder umgekehrt zu gelangen. Wichtig ist es auch an Maßnahmen zu denken, welche die Kunden nachhaltig binden.  Um all dies zu erreichen bedarf es Ressourcen. Welches sind die Schlüsselpartner, Schlüsselressourcen und Schlüsselaktivitäten, die das Businessmodell erfolgreich werden lassen? Diese Keyfacts sind enorm wichtig und oftmals stehen in direkter Verbindung zueinander. Grundsätzlich gilt, dass es für jede Schlüsselaktivität bestimmte Schlüsselressourcen bedarf. Sie können personeller, maschineller oder auch finanzieller Art sein. Letztendlich muß alles, was den Erfolg bringen soll, auch bezahlt werden. Das gilt für die Kosten als auch für die notwendigen Investitionen. Es wird zwischen kosten- und wertorientierten Geschäftsmodellen unterschieden. Während bei den kostenorientierten Modellen das Kostenbewusstsein und die Kostenminimierung im Vordergrund stehen, spielen bei den wertorientierten Modellen die Kosten zugunsten der Wertsteigerung des Unternehmens eine untergeordnete Rolle.  Einer der wichtigsten Positionen ist das Erlösmodell. Wo wird das Geld verdient? Was soll / kann der Preis sein? Was ist die richtige Preis- und Konditionspolitik, insbesondere im Wettbewerbsvergleich. Manchmal ist diese Frage des Wert- / Mengengerüstes schnell beantwortet, dann wieder wird sich enorm schwer damit getan. Im Ergebnis ist dieses Instrumentarium aus dem Startup-Bereich und meiner Praxis nicht mehr wegzudenken. Es erleichtert so einiges. Aber auch in bereits etablierten Unternehmen bringt die Methodik immer wieder wichtige Erkenntnisse zu Tage.