Prozessoptimierung

Es gibt eine Vielzahl von anerkannten und Praxis erprobten Methoden ein Unternehmen und seine Prozesse zu optimieren. Die zum Teil komplexen Methoden vereinen japanische, amerikanische und deutsche Einflüsse. Wer sich nicht seit Jahren mit den unterschiedlichen Ansätzen beschäftigt und angewendet hat, wird sich sehr schwer tun.

Es handelt sich um reines Expertenwissen. Deshalb ist es auch für mittelständische Unternehmen eine große Hürde diese effiziente Prozessorganisation anzugehen und zu implementieren. Allerdings kann es sinnvoll sein, sich so früh wie möglich mit Prozess- und Qualitätsoptimierung auseinanderzusetzen, um die entsprechende Unternehmensphilosophie im Management zu leben und an die Mitarbeiter übertragen zu können. Das kommt dem Kunde und letztendlich dem Ertrag des Unternehmens zugute.

Es wird bei der Prozessoptimierung zwischen radikalen und sanften Methoden unterschieden. Bei radikal sprechen wir über das sog. Business-Process-Reengineering. BPR gestaltet alle Geschäftsprozesse des Unternehmens fundamental und radikal neu um von einer funktionalen zu einer prozessorientierten Organisation zu gelangen. Zielgrößen der Optimierung sind  Qualität, Zeit, Kosten und Service.

Das Anwenden dieser Methode führt oftmals zu Widerständen innerhalb des Unternehmens. Die sanfteren Methoden verfolgen statt des Top-Down-Ansatzes des BPR den Bottom-Up-Ansatz. Sie setzen dabei aber voraus, dass das Unternehmen ganzheitlich in die Prozessoptimierung einbezogen wird.

Mit der Total-Quality-Management-Methode (TQM) soll eine dauerhafte Verfahrens- und Prozessoptimierung erreicht werden. Auch das japanische Qualitätsmanagementsystem Six-Sigma verfolgt dieses Ziel.  Alle Systeme haben das Ziel eine (aus Kundensicht) höchstmögliche Qualität dauerhaft zu erreichen und setzen dabei auf die Unterstützung des gesamten Managements und aller Mitarbeiter. Bei allen Methoden gilt aber ein Aspekt uneingeschränkt: Qualitätsmanagement ist als dauerhafter Prozess zu verstehen, der immer gelebt werden muss.   

Die Lean-Management-Methode ist darauf ausgerichtet Verschwendung zu minimieren, Überflüssiges zu eliminieren und Prozesse mit folgenden Zielen zu optimieren: prozessorientierte Unternehmensführung, hohe Effizienz, definierte Aufbau- und Ablauforganisation,  klare Verantwortlichkeiten und logische Kommunikationsstrukturen.

Kaizen oder auch kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) genannt hat als japanisches Management-konzept  die sukzessive Verbesserung und Perfektionierung von Prozessen zum Ziel. Organisierte Teams oder Qualitätszirkel analysieren, diskutieren und optimieren alle Bereiche eines Unternehmens. Six Sigma ist eine statistische Methode, bei der durch DMAIC (Define, Measure, Analyze, Improve und Control) die Qualität optimieren, Kosten signifikant senken und die Kundenzufriedenheit steigern soll. Durch die Anwendung der Methode soll vor allem in Fertigungsprozessen ein Qualitätsniveau von annähernd 100 Prozent erreicht werden.Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Ansätzen kann Six Sigma nicht von allen Mitarbeitern angewandt werden, sondern wird von speziell ausgebildeten Mitarbeitern durchgeführt, die eine Qualifikation auf verschiedenen Niveaustufen erfordert (Yellow, Green, Black, Master Black Belt).