Nahrungsmittelindustrie

Der Nahrungsmittel-, Lebensmittel- oder auch Ernährungsindustrie gehören Unternehmen an, die in der Herstellung, der Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen zu Nahrungs- und Genussmitteln oder im Handel derselben tätig sind. Üblicherweise decken diese Unternehmen eine Vielzahl sehr unterschiedlicher (Zwischen-)Produkte und Stufen der Wertschöpfung ab. Der Prozess erstreckt sich vom Anbau von Feldfrüchten,  über rohstoff- und produktspezifische Verarbeitungsschritte bis hin zur verpackten Verkaufseinheit.

Steigende Marktmacht der Handelsketten

Wichtigster Kunde sind Handelsketten, die u.a. auch Eigenmarken bei der Industrie in Auftrag geben. Im deutschen Lebensmittelhandel haben die stark wachsenden Handelsketten und Discounter ihre Marktmacht zunehmend ausgebaut. Es wird erwartet, dass sich angesichts der Einkaufsmacht der Händler der Konsolidierungsprozess auch in der Nahrungsmittelindustrie verstärken wird. Die Nahrungsmittelindustrie wird in Deutschland Bundesverband der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) getragen. Beide sind Mitglied im europäischen Dachverband „Confederation of the Food and Drink Industries in the EU“ (CIAA). Auf internationaler Ebene setzt sich das „Food Business Forum“ (CIES) für die Branche ein.

Die Fleisch- sowie die Milchverarbeitung nimmt mit 40 % Umsatzanteil die gewichtigste Stellung der Teilbranchen der Nahrungsmittelindustrie ein. Es folgt die Herstellung von alkoholischen Getränken sowie von Süß- und Backwaren. Die rund 6.000 deutschen Betriebe erzielten mit 530.000 Beschäftigten insgesamt einen Umsatz von 147 Mrd. € in 2010. Insbesondere in der milchverarbeitenden Industrie sind viele Hersteller als Genossenschaften organisiert, die von ihren Lieferanten getragen werden.Drei Viertel der Erzeugnisse der deutschen Nahrungsmittelwirtschaft werden im Inland konsumiert. 85 % des Exports wird innerhalb der Europäischen Union abgesetzt. Die wichtigsten Handelspartner außerhalb der EU sind Russland und die USA. Die Bedeutung Osteuropas als Produzent und Konsument nimmt zu.

Auf der Erzeugerseite für landwirtschaftliche Erzeugnisse stellt sich Deutschland ist sehr kleinteilig dar. Rund 375.000 landwirtschaftliche Betriebe beschäftigen ca. 1,3 Millionen Menschen. Großbetriebe gibt es vor allem in Ostdeutschland als Nachfolgebetriebe der ehemaligen LPGs sowie in der Viehwirtschaft. Den Nachteilen dieser Zersplitterung wird durch Genossenschaften, Zwischenhändlern und Verbände entgegen getreten. Über die europäische Eigenproduktion hinaus, werden über Zwischenhändler Lebensmittel und Agrarrohstoffe, wie Obst und Gemüse, Fisch, Futtermittel, Ölsaaten sowie Kaffee, Tee und Kakao aus Länder wie Brasilien und China importiert.

Internationale Konzerne bestimmen die Weltmärkte

Der nach Umsatz größte Lebensmittelkontern der Welt war 2009 Nestlé mit einem Umsatz von 28 Milliarden US-Dollar. Dahinter folgten Tyson Foods Inc. mit knapp 26 Milliarden und Kraft Foods mit gut 23,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die wachsende Marktmacht weniger Lebensmittelmultis ist im Nahrungsmittelsektor ein großes Thema und ein sichtbarer Trend, der von Verbraucherschützern und Menschenrechtsorganisationen mit großer Sorge beobachtet wird.

Unsere Experten aus der Branche Nahrungsmittelindustrie

Albert B.

Hubertus A.