Feuerfesttechnik

Feuerfeste Werkstoffe sind unverzichtbar für alle industriellen Prozesse, die höhere Temperaturen erfordern. Als feuerfest bezeichnet  man Werkstoffe, die bei Temperaturen ab 600°C, im eigentlichen Sinn jedoch erst ab 1500°C eingesetzt werden können. Bei diesen Temperaturen entstehen beispielsweise bei der Herstellung von Stahl zersetzende Gase, Schlacken und Schmelzen, die für den Herstellungsprozess erforderlich sind. Ähnliche Bedingungen gelten auch bei der Herstellung von Aluminium, Keramik, Glas aber auch Zement und Kalk und eine ganze Reihe chemischer und petrochemischer Produkte. Neben der erzeugenden Industrie findet die Feuerfesttechnik Anwendung in zahlreichen anderen Bereichen wie Müllverbrennungsanlagen, bei der Herstellung von Silizium für die Halbleiterproduktion oder die Faserherstellung für die Wärmedämmung.

Bei den Feuerfestprodukten unterscheidet man geformte Erzeugnisse die im einfachsten Fall als Steine in allen möglichen Formaten bis hin zu komplex geformten Komponenten für den Anlagenbau; ungeformt nennt man die feuerfesten Massen, Mörtel und Kitte für maßgenaue Ofenauskleidungen, die vor Ort eingespritzt, gestampft oder vergossen werden können.

In Deutschland werden jährlich rund 1 Mill. t geformte feuerfeste Erzeugnisse und 600.000 t ungeformte feuerfeste Erzeugnisse in rd. 70 Betrieben von ca. 7.000 Beschäftigten hergestellt; in den EU-Ländern sind ca. 25.000 Beschäftigte in der Feuerfest-Industrie tätig. Produziert wurden 4 Mill. t feuerfester Steine und 2 Mill. t feuerfester Massen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Feuerfest-Industrie ist stark von der Entwicklung und dem technischen Fortschritt in den Abnehmerindustrien bestimmt. Wichtigste Verbrauchergruppe mit ist nach wie vor die Eisen- und Stahlindustrie. Darüber hinaus finden feuerfeste Erzeugnisse Verwendung in Aggregaten der keramischen Industrie, der Zement- und Kalkindustrie, der Glasindustrie, der Nichteisen-Metallindustrie, der Chemie- und Erdölindustrie und der Energiewirtschaft.

 

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Lutz B.